P449 Echtzeitkontrastechokardiographie zur Beurteilung von myokardialer Mikroperfusion und Infarktgröße während Koronarokklusion und Reperfusion.
A.Filusch, A.Hansen, D.Wolf, G.Korosoglou, S.Hardt, H.F.Kücherer
Universität Heidelberg, Innere Medizin III, Kardiologie, Angiologie und Pulmonologie, Heidelberg.

Hintergrund: Eine nichtinvasive Beurteilung der zeitlichen und räumlichen Ausdehnung des Reperfusionsschadens war bisher nicht möglich. Die Entwicklung von Power pulse inversion imaging (PPI) erlaubt eine Bestimmung der myokardialen Perfusion in Echtzeit. Wir untersuchten die Möglichkeit der Echtzeitkontrastechokardiographie zur Quantifizierung der Mikroperfusion und Infarktgröße während Koronarokklusion und darauf folgender Reperfusion.

Methoden: Bei 12 Hausschweinen wurde für 45 min eine Okklusion der LAD erzeugt, gefolgt von 120 min Reperfusion. Echzeitkontrastechokardiographie (MCE) wurde mit intravenöser Infusion von Sonovue® (60 ml/h) durchgeführt. Der Perfusionsdefekt und die Kinetik der Myokardopafizierung (A = maximale Signalintensität, ß = maximaler Anstieg der Signalintensität) wurden während Ruhephase, Okklusion und Reperfusion gemessen. In jeder Versuchsphase wurde der myokardiale mikrovaskuläre Blutfluss mittels fluoreszierenden Mikrosphären bestimmt. Das Risikoareal und die Infarktgröße wurden anhand Gewebefärbung (TTC-Färbung) in transversalen Myokardschnitten gemessen.

Ergebnisse: Das Risikoareal betrug 20.7±2% des LV und das Verhältnis von Infarktgröße zu Risikoareal, bestimmt mittels TTC-Färbung 62.5±15%. Die Perfusionsdefekte in der MCE korrelierten gut mit den Infarktgrößen der Gewebefärbung (r=0.85, p<0.01).Eine gute Reproduzierbarkeit der gemessenen Parameter wurde erzielt. Die Intraobservervariabilität bei zwei repetitiven Messungen betrug r=0.98 (p<0.0001) für A und r=0.88 (p=0.0007) für ß. Der mittels Mikrosphären bestimmte myokardiale Blutfluss korrelierte signifikant mit dem Produkt von Axß (r=0.63, p<0.0001) und dem LAD/LCx Verhältnis von ß (r=0.75, p<0.0001). Außerdem zeigte A eine signifikante Korrelation mit der Kapillardichte (r=0.87, p=0.003).

Schlussfolgerung: Die Echtzeitkontrastechokardiographie erlaubt die Abschätzung myokardialer Perfusion und Infarktgröße während Koronarokklusion und anschließender Reperfusion.