| P153 | Thrombolyseunterstützte Akut-Revaskularisation bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt und kardiogenem Schock. |
| H.-P.Hobbach, J.Hundertmark, P.Pfeiffer, Chr.Schaeffer, W.Tscherleniak, P.Schuster | |
| St. Marien-Krankenhaus Siegen, Medizinische Klinik II - Kardiologie, Angiologie, Internistische Intensivmedizin-, Siegen. | |
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Fragestellung: Der kardiogene Schock (KS) stellt die führende Todesursache bei Patienten (Pat) mit akutem Myokardinfarkt (AMI) dar. Studien mit reduzierter Dosis eines Thromblytikums und einem Glykoprotein IIb/IIIa Inhibitor konnten den Vorteil einer schnellen und vollständigen Wiedereröffnung der Infarktarterie sowie den Schutz vor erneuten ischämischen Komplikationen nachweisen. Es gibt nur wenige Daten über eine thromblyseunterstützte (“facilitated”) Revaskularisation, da Pat im KS in Studien ausgeschlossen werden. Methodik: In einer Kohorte von 140 konsekutiven Pat mit AMI, Symptomdauer <6h, therapiert mit 50% Tenecteplase (TNK) plus Eptifibatide (EPT) [Doppelbolus: 180/180 µg/kg im Abstand von 10 min, Infusion (2.0 µg/kg/min) über 48 Stunden], erfüllten 15 Pat (Alter 61±11 Jahre, 3 Frauen) zum Zeitpunkt der Therapieeinleitung die Kriterien eines KS (systolischer Blutdruck <90 mmHg für mindestens 30 min oder die Notwendigkeit von unterstützenden Maßnahmen). Ergebnisse: Eine Koronarangiographie innerhalb von 60 min wurde bei 14 Pat durchgeführt, 1 Pat starb zuvor. Eine Akut-PTCA (“facilitated” PTCA) erfolgte bei 11 Pat (79%), eine dringliche Bypassoperation bei signifikanter Hauptstammstenose bei 3 Pat (21%). Angiographische und klinische Ergebnisse siehe Tabelle.
Schlussfolgerung: Die Kombination aus 50% TNK plus akzelerierter Doppelbolusgabe EPT fördert den frühen und kompletten Fluss in der Infarktarterie und stabilisiert die Hämodynamik vor Durchführung einer invasiven Diagnostik. Die “facilitated” PTCA bzw. Revaskularisation könnte die Früh- und Langzeitprognose von Pat im KS nach AMI verbessern. |