P373 Der basische Fibroblasten Wachstumsfaktor induziert die Expression des „tissue factor“ (TF) in humanen koronaren glatten Muskelzellen.
N.Keller, Chr.Schriever, J.Leng, A.Skaletz-Rorowski, G.Breithardt
Institut für Arterioskleroseforschung und Medizinische Klinik und Poliklinik C UKM Münster, Münster.

Angioskopische Befunde von Koronargefäßen zeigen, dass nach einer Koronarintervention sich häufiger eine Restenose entwickelte, wenn die Läsionen der Koronararterie ausgeprägt thrombotisch verändert waren. Der “tissue factor” (TF) als Initiator der extrinsischen Gerinnungskaskade ist maßgeblich an der Pathogenese und Thrombogenität beim instabilen Koronarsyndrom und akuten Myokardinfarkt beteiligt. Neuste Studien zeigen, dass die Mechanismen von Thrombose und Zellproliferation miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Im Rahmen unserer Studie sollte die Wirkung des Wachstumsfaktors bFGF (basische Fibroblasten Wachstumsfaktor), der eine zentrale Rolle in der Proliferation von humanen koronaren glatten Muskelzellen (cSMC) spielt, auf die TF-Expression in humanen cSMC in vitro untersucht werden. Die Identifikation gemeinsamer Signaltransduktionskomponenten soll einen Ansatz zu einer gezielten Inhibition von Proliferation und TF-Expression liefern.

Unsere Westernblot-Analysen zeigen, dass bFGF die TF-Proteinexpression in humanen cSMC induzieren kann. Mittels eines TF-ELISA konnten wir zeigen, dass bFGF die TF-Expression Konzentration-und Zeit-abhängig stimuliert und eine maximale Steigerung der TF-Expression um ca. 60% im Vergleich zu unstimulierten Zellen bewirkt. Unsere früheren Proliferationsstudien haben gezeigt, dass bFGF den Mitogen-Aktivierte Proteinkinase (MAPK)-c-myc Signaltransduktionsweg und die Proteinkinase C (PKC) Familie in cSMC aktiviert. Die PKC Familie besteht aus 11 Isoformen, die in die Phorbolester (PMA)- abhängige klassische und neue Subfamilie, sowie in die PMA-unabhängige atypische Subfamilie eingeordnet werden. Der Einsatz des Inhibitors PD98059 (70 µM), der den MAPK-Signaltransduktionsweg spezifisch hemmt, bewirkt eine partielle Inhibition der bFGF-induzierten TF-Expression. Der Einsatz von Chelerythrine (3 µM), der alle PKC Subfamilien supprimiert, weist darauf hin, dass auch PKC-Isoformen an dem untersuchten Prozess beteiligt sind. In diesem Zusammenhang zeigt eine “Herunterregulation” der Expression von PMA-abhängigen PKC Isofomen mit Phorbolestermyristat (50 nM) eine 48% Inhibition der TF Expression.

Zusammenfassend weisen unsere Experimente darauf hin, dass bFGF sowohl die cSMC-Proliferation als auch die TF-Expression mittels des MAPK-Weges und den PMA-abhängigen PKC Isoformen vermittelt. Weitere Untersuchungen zur Analyse der beteiligten Signaltransduktionswege sind geplant. Weiterhin soll durch Einsatz von Medikamenten, die die bFGF-induzierte Proliferation inhibieren, überprüft werden, ob ihre suppressive Wirkung auch für die bFGF-induzierte TF-Expression gilt.