P434 Niedrige Inzidenz von koronaren Mikroembolien während der Rekanalisation von chronischen Koronarverschlüssen.
Ph.Bahrmann, G.S.Werner, M.Jantz, H.R.Figulla
Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena.

Einführung: Nach perkutaner interventioneller Koronartherapie (PCI) wird ein Anstieg von kardialen Markerenzymen im Serum als Indikator einer distalen Makro- oder Mikroembolisation in 10 bis 30 % der Fälle beobachtet. Die oft langen und diffusen Läsionen der chronischen Koronarverschlüsse (CTO) könnten in Anbetracht ihrer großen Plaquelast von organisiertem thrombotischen Material eine Hochrisikogruppe für embolische Komplikationen darstellen. Jedoch sind keine dezidierten Untersuchungen über die Häufigkeit der Erhöhung von kardialen Markerenzymen nach Rekanalisation von CTO vorhanden.

Methoden: Bei 121 Patienten (Alter 64±10 Jahre) war eine Rekanalisation und Stentimplantation der CTO (Verschlussdauer>2 Wochen, Median 3 Monate) erfolgreich. Über einen Zeitraum von 24 Stunden nach PCI wurden CK (oberer Grenzwert der CK 1,33 µmol/L/sec für Männer, 1,17 µmol/L/sec für Frauen), CK-MB und TNI (Referenzwert unter 0,1 ng/mL) bestimmt. Biplane linksventrikuläre Angiographien wurden durchgeführt und die regionale Wandbewegung als sog. “wall motion severity index” (WMSI) ausgewertet. 55 der Patienten hatten eine normale bis gering hypokinetische regionale Wandbewegung (Gruppe N: WMSI>-2 SD/chord) und 66 eine schwere hypokinetische bis akinetische regionale Wandbewegung (Gruppe A: WMSI<-2 SD/chord).

Ergebnisse: Eine CK- und/oder TNI-Erhöhung nach Rekanalisation der CTO trat nur bei 9 Patienten (8%) auf. Bei 8 von 9 Patienten stieg die CK mit einer einfachen Erhöhung über den oberen Grenzwert nur leicht an. Bei einem Patienten lag eine zweifache Erhöhung der CK vor. Die Häufigkeit des Anstiegs von kardialen Markerenzymen war gleich in den Gruppen N und A. Somit war die niedrige Inzidenz nicht durch die hohe Prävalenz von akinetischem oder vernarbtem Myokard bei CTO erklärt.

Schlussfolgerung: Trotz der großen Plaquelast von organisiertem thrombotischen Material bei CTO ist die Inzidenz von kardialen Markerenzymeerhöhungen nach Rekanalisation sehr niedrig. CTO stellen keine Hochrisikogruppe in Hinblick auf distale Embolisationen dar.