| P257 | Versorgungsmedizinische Aspekte der Schrittmacherüberprüfung. |
| 1M.Junge, 1J.Bandholz, 2H.Nägele, 3J.Weckmüller, 4O.Lühring, 2W.Rödiger, 1K.Püschel, für Team für die post-mortale Schrittmacherüberprüfung | |
| 1Insitut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg; 2Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg; 3Medizinische Klinik II, Medizinische Universität zu Lübeck, Lübeck; 4Medizinische Klinik, Städtisches Klinikum Lüneburg, Lüneburg. | |
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Im Krematorium Hamburg-Öjendorf werden alle diagnostizierten Herzschrittmacher in-situ einer Funktionsüberprüfung unterzogen. Zur genaueren Analyse der Struktur der untersuchten Grundgesamtheit wurde für eine Teilstichprobe von 150 Fällen versucht die gesamte Kranken-, Pflege- und Versorgungsgeschichte retrospektiv zu erheben. Dies gelang in 92 Fällen (61%) vollständig. Das Alter bei Erst-Implantation betrug 82,1a±8,04a (n=72), die mittlere Implantationsdauer 4,43a±3,58a (n=72) und das Alter der Verstobenen 86,9a±7,20a (n=92). Von den 31/92 in ihrer eigenen Wohnung lebenden waren 13 nicht pflegebedürftig, 3/6/7 in die Pflegestufen I/II/III eingestuft. Die 58/92 in Altenheim wohnenden waren alle pflegebedürftig, die Stufen gliedern sich wie folgt: I/II/III : 16/22/14. Die letzte durchgeführte Nachsorge lag im Mittel bei 244d±318d max. 2190d (6a) (n=68). Aufgeschlüsselt auf den Wohnort ergibt sich für die in der eigenen Wohnung lebenden eine Zeit von 200d±227d (n=24), bei den Bewohnern von Altenheimen lag diese Zahl mit 261d±353d (n=44) deutlich höher. Weniger als 20% der Hausärzte wussten, dass ihre im Altenheim wohnenden Patienten Schrittmacherträger waren. In der Mehrzahl der untersuchten Fälle scheinen versorgungsmedizinische Fragestellungen wie Organisation der Nachsorge, Sicherstellung einer adäquaten Schrittmacher-Therapie sowie lückenlose ärztliche Kommunikation von größerer Bedeutung, als die rein technische Überprüfung der Schrittmacherfunktion zu sein. Die Technik scheint mit einer Fehlerquote (ohne Batterieentladung) von weit unter 1% zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgereizt, Quantensprünge in der Versorgungsqualität bedürfen einer besseren Kommunikation zwischen Patient/Arzt, Pflegeheim/Arzt und besonders Arzt/Arzt. |