P423 Nachweis einer aortalen Fistel und einer Fistel von der linken Herzkranzarterie mit gemeinsamer Mündung in den Truncus pulmonalis mittels Kardio-CT-Angiographie, MRT und Koronarangiographie.
1J.Brunn, 2R.Schmitt, 1J.Schümmelfeder, 2S.Fröhner, 1F.Gietzen, 1F.von Hoch, 2O.Cherevatyy, 1S.Kerber
1Herz- und Gefäß-Klinik, Fachbereich Kardiologie, Bad Neustadt/Saale; 2Herz- und Gefäß-Klinik, Radiologisches Institut, Bad Neustadt/Saale.

Hintergrund: Die Abklärung einer Angina pectoris-Symptomatik gehört zu den häufigsten Aufgaben in einer kardiologisch ausgerichteten Klinik. Differentialdiagnostisch muß auch an Koronaranomalien als seltene Ursache gedacht werden.

Anamnese: Ein 59-jähriger Mann mit Dyspnoe und Angina pectoris-Symptomatik sowie pathologischem Belastungs-EKG mit ST-Senkungen in V5 und V6 wurde uns zur weiteren kardiologischen Diagnostik zugewiesen. Eine ambulant durchgeführte Echokardiographie hatte einen unauffälligen Befund ergeben.

Untersuchungsbefunde: Linksherzkatheter: Ausschluß einer stenosierenden koronaren Herzerkrankung. Koronaranomalie mit Fistel aus dem R. interventricularis ant. und aus dem rechtskoronaren Sinus. Beide Fisteln münden in den Truncus pulmonalis (TP). Normale linksventrikuläre Funktion.

MRT des Herzens: Darstellung eines in den anterioren TP einmündenden Gefäßes mit konsekutivem, hämodynamisch nicht wirksamen Links-Rechts-Shunt.

MSCT des Herzens: Darstellung von 2 koronaren Malformationen mit einer einzigen, gemeinsamen Mündung in den TP.

Dobutamin-Stress-Echokardiographie: Kein Nachweis einer relevanten Myokardischämie.

Diskussion: Der Nachweis von 2 koronaren Gefäßmalformationen mit gemeinsamer Mündung in den TP stellt eine außergewöhnliche Entität dar. Während die Koronarangiographie den Ausschluß einer stenosierenden KHK und den Nachweis der Anomalie erbrachte, konnte erst mit der Kardio-CT-Angiographie der ungewöhnliche topographische Verlauf mit gemeinsamer Mündung beider Fisteln in den TP dargestellt werden. Mittels MRT konnte ein bedeutsamer Shunt und mittels Stress-Echokardiographie eine belastungs-induzierbare Myokardischämie ausgeschlossen werden. Diese funktionellen Untersuchungen ergaben damit keine Indikation zu einem interventionellen oder operativen Fistelverschluß.