P172 Verlaufskontrolle nach Coronarintervention mit Stentimplantation mittels Hochdosis-Dobutamin-Stress-Magnetresonanztomographie des Herzens (DCMR).
1M.Jochims, 1B.J.Ferrero-Menéndez, 1O.Bruder, 1W.O.Schüler, 1F.Laubenthal, 2J.Barkhausen, 1G.V.Sabin
1Klinik für Kardiologie und Angiologie, Elisabeth-Krankenhaus, Essen; 2Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum, Essen.

Ziel unserer Untersuchung ist die Überprüfung der diagnostischen Genauigkeit der myokardialen Belastungsischämiediagnostik mittels DCMR zur Feststellung einer hämodynamisch relevanten Rezidivstenose nach Coronarintervention mit Stentimplantation.

Insgesamt wurden 99 konsekutive Patienten die sich in einem Intervall von 4-6 Monaten nach Stentimplantation zur routinemäßigen invasiven Kontrolle vorstellten untersucht. Die medikamentöse Belastung erfolgte mittels einer symptomlimitierten stufenweisen intravenösen Gabe von Dobutamin (0-10-20-30-40 µg/kgKG x min) plus additiv Atropin (bis 1 mg) bis zu einer submaximalen Herzfrequenz von (220 Schlägen/min-Lebensalter) x 0,85. Nebenwirkungen wurden durch ein kontinuierliches Monitoring von EKG, Pulsoximetrie, Blutdruck sowie ständigem Kontakt zum Patienten erfasst. Pro Belastungsstufe wurden, entsprechend dem Model der American Heart Association, Langachsenschnitte und Kurzachsenschnitte (cineTruFisp, Siemens Sonata 1,5T) erstellt und in 17 Segmente unterteilt. Das Auftreten von Wandbewegungsstörungen in mindestens zwei benachbarten Segmenten war Kriterium für eine myokardiale Ischämie und führte unmittelbar zum Untersuchungsabbruch. Bei 34 Patienten erfolgte innerhalb von 72 Stunden eine Koronarangiographie. 65 Patienten mit unauffälliger DCMR befinden sich in der klinischen Nachverfolgung.

Bezüglich der Erkennung einer relevanten Rezidivstenose mit einem Stenosegrad größer 70% betrug die Sensitivität 85,7%, die Spezifität 80%, der positive Vorhersagewert 75% und der negative Vorhersagewert 88,9%. Die Rate der diagnostischen DCMR Untersuchungen lag bei 91%. Schwere Komplikationen traten nicht auf.

Die myokardiale Belastungsischämiediagnostik mittels DCMR bietet eine gute Alternative zur Koronarangiographie in der Erkennung von hämodynamisch relevanten Rezidivstenosen nach Stentimplantation. Zur endgültigen Abschätzung der Wertigkeit der Methode sind weitere Untersuchungen mit Erfassung kardialer Ereignisse im Rahmen einer Nachverfolgung größerer Patientenzahlen über einen längeren Zeitraum erforderlich.