P300 Bestimmung der valve resistance als zusätzlicher Parameter zur Beurteilung des hämodynamischen Schweregrades der Mitralklappeninsuffizienz.
1F.von Hoch, 3S.Sassie, 2S.Zelz, 2E.von Hodenberg, 1J.Brunn, 1B.Schumacher, 1S.Kerber
1Herz- und Gefäßklinik Bad Neustadt, Bad Neustadt a.d. Saale; 2Herzzentrum Lahr/Baden, Lahr; 3Krankenhaus Dr. Lay, Vogtsburg/Bischoffingen.

Die Messung der valve resistance (VR) ermöglicht bei der Aortenklappenstenose eine flußunabhängigere Beurteilung des hämodynamischen Schweregrades. Ziel dieser Untersuchung war, die Bedeutung der VR als zusätzlichen Parameter für die Beurteilung des hämodynamischen Schweregrades der MI zu evaluieren.

Methode: Es wurden 54 Patienten (P) mit V.a. mittel- oder hochgradige MI untersucht. Die Beurteilung des Schweregrades erfolgte unter Berücksichtigung der etablierten echokardiographischen Parameter: Volumenbelastung der linken Herzhöhlen, Vena Contracta (VC), effektive Regurgitationsfläche, Regurgitationsvolumen sowie Regurgitationsfraktion. Es wurde die VR berechnet und die Sensitivität (S) und Spezifität (SP) für die Unterscheidung zwischen hochgradiger MI (MI III und IV) und nicht hochgradiger MI (MI I und II) für verschiedene Grenzwerte evaluiert.

Ergebnisse: Bei 19 P wurde eine hochgradige MI diagnostiziert.

S und SP für Grenzwerte der VR zum Nachweis einer hochgradigen MI
VR [dyn s cm-5] P S [%] SP [%]
1500 31 100 65,7
1300 29 94,7 68,6
1100 24 89,5 80,0
900 21 84,2 85,7
700 15 73,7 97,2

Durch eine “oder”-Verknüpfung von VR (<700 dyn s cm-5) und VC (> 6,5 mm) wurde eine Verbesserung der S nachgewiesen (S 94,7%, SP 97,2%).

Schlussfolgerung: Durch die zusätzliche Bestimmung der VR zur Separation zwischen hochgradiger und nicht hochgradiger MI wird keine Verbesserung der S und SP erreicht. Eine “oder”-Verknüpfung der mathematisch unabhängigen Parameter VR und VC erhöht die S ohne Beeinträchtigung der SP.