| P243 | Prädiktoren für das Auftreten adäquater ICD-Interventionen bei Patienten ohne dokumentierte anhaltende ventrikuläre Arrhythmien. |
| 1A.Buob, 1S.Siaplaouras, 2D.Tscholl, 2H.Schäfers, 1M.Böhm, 1J.Jung | |
| 1Innere Medizin III, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg; 2Thorax- und Herz-Gefäßchirurgie, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg. | |
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Über den Verlauf bei Patienten (P), die nicht aufgrund von Kammerflimmern (VF) oder Kammertachykardien (VT), sondern aufgrund von Synkopen oder nichtanhaltenden Kammertachykardien (nsVT) auf dem Boden einer kardialen Grunderkrankung mit einem ICD versorgt wurden, liegen bisher nur wenige Daten vor. Von 1998 bis 2001 wurde in unserem Zentrum bei 168 P (Alter 63±11 Jahre, KHK 70%, Ejektionsfraktion 41±14%) ein ICD implantiert. Indexereignisse waren bei 134 P (80%) VF oder VT, bei 34 P (20%) Synkopen und/oder nsVT. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 24±14 Monaten zeigte sich zwischen beiden Gruppen kein Unterschied hinsichtlich der Mortalität. Die Inzidenz für mindestens einen adäquaten ICD-Schock betrug bei P mit VF/VT 31%, bei P mit Synkopen/nsVT 12% (p=0,04), die Kaplan-Meier-Analyse für ein Überleben ohne adäquaten Schock zeigte keinen signifikanten Unterschied (p=0,11). Die Inzidenz für adäquate ICD-Therapien insgesamt (einschließlich antitachykardem Pacing) betrug 40% bei P mit VF/VT gegenüber 21% bei P mit Synkopen/nsVT (p=0,05), wiederum zeigte sich kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der kumulativen Überlebenswahrscheinlichkeit ohne ICD-Therapie (p=0,16). P mit Synkopen/nsVT und mindestens einem adäquatem Schock im Verlauf unterschieden sich von P ohne Schock nur im Hinblick auf die Ejektionsfraktion (24±10% vs. 40±14%, p=0,037), kein Unterschied zeigte sich hinsichtlich Geschlecht, Alter, kardialer Grunderkrankung und Ventrikelgröße. Im Vergleich zu Patienten mit nsVT hatten signifikant weniger P mit dem alleinigen Indexereignis einer Synkope im Verlauf adäquate ICD-Therapien. Schlußfolgerungen: Patienten mit Synkopen und/oder nsVT als Indexarrhythmie zeigen im Vergleich zu Patienten mit dokumentierten anhaltenden ventrikulären Arrhythmien eine ähnlich hohe Inzidenz adäquater ICD-Therapien. Dies betrifft insbesondere Patienten mit einer höhergradigen Einschränkung der linksventrikulären Ejektionsfraktion. Synkopen ohne zusätzlichen Nachweis ventrikulärer Arrhythmien erscheinen als schlechter Prädiktor für das spätere Auftreten adäquater ICD-Therapien. |