| P408 | Psychophysiologische Einflussfaktoren auf die Symptomwahrnehmung und das Befinden nach Katheterablation bei Patienten mit supraventrikulären Tachykardien. |
| 1Chr.Archonti, 2H.Rüddel, 3J.Jung | |
| 1Medizinische und Klinische Psychologie, Universität des Saarlandes, Homburg/Saar; 2Forschungszentrum für Psychobiologie und Psychosomatik, Abt. für Verhaltensmedizin und Rehabilitation, Universität Trier, Trier; 3Medizinische Klinik und Poliklinik, Abt. für Kardiologie, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar. | |
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Es ist nicht klar, welche Faktoren die Erstmanifestation und Anfallshäufigkeit von Symptomen bei Patienten (P) mit supraventrikulären Tachykardien (SVT) bestimmen. Die vorliegende Studie befasst sich mit der Darstellung psychophysischer Reaktivitätsmuster bei P mit SVT und setzt diese mit Aspekten der Symptomatik in Beziehung. Weiterhin werden prognostische Variablen für das postoperative Befinden nach erfolgreich durchgeführter Ablation beschrieben. Methode: Bei 54 P mit SVT (AVNRT 68%, WPW 32%/ 43 % m, 57 % w, Alter: m= 47±14 Jahre) wurden in einem standardisierten Experiment Herzfrequenz (HF), Hautleitfähigkeit (EDA), Muskelspannung (EMG) und Atemtiefe (RESP) sowie Angstsensitivität (ASI), Ängstlichkeit (STAI-T) und Depressivität (BDI) und das subjektive Erleben der SVT erfasst. Das postoperative Befinden wurde in der Katemnese 6 Monate später erfasst. Zur Berechnung der Daten wurde mit den statistischen Verfahren Faktorenanalyse, Partialkorrelation und lineare Regression gearbeitet. Ergebnisse: Die Faktorenanalyse ergibt zwei voneinander weitgehend unabhängige psychische und physiologische Faktoren, den “affektiven Faktor”, mit den psychischen Variablen Depressivität, Ängstlichkeit und Angstsensitivität (33% der Varianz), und den “Stressfaktor” mit hohen Ladungen auf den Variablen HF, RESP, EMG bei gleichzeitiger Reduktion der EDA (26% der Varianz). Der psychische Faktor korreliert mit der Anzahl von Symptomen während eines SVT-Anfalls(WS)(r=,31 p < 0,05), der physiologische Faktor zeigt keinerlei Beziehungen zu Charakteristika der Symptomatik. Die subjektive Einschätzung der Lebensereignisse korreliert positiv mit WS (r=,30 p < 0,05). Die Rate der P mit klinisch bedeutsamer Ausprägung im BDI liegt bei 7,4 %. Diese hohen affektiven Beeinträchtigungen zeigen sich zeitstabil und sind von prognostischer Bedeutung hinsichtlich des subjektiven postoperativen Befindens. Die Angstbereitschaft und Angstsensitivität stehen über den Zusammenhang zur Depressivität nur in indirektem Bezug zur Symptomatik nach Ablation. |