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Tätigkeitsbericht der AG32

AG32 - Sportkardiologie (gegründet FT2005, verlängert bis JT 2019)

Sprecher

Dr. Susanne Berrisch-Rahmel

Stellvertreter

Priv.-Doz. Dr. Roman Laszlo

Arbeitsgruppen-Sitzungen

Akademieprogramme

  • NN, 00.00.2017, NN
    Sportkardiologie /geplant im Rahmen des Curriculums Sportkardiologie

Weitere Informationen

Erfreulicherweise wurde der Antrag der Arbeitsgruppe AG32 um Verlängerung um weitere zwei Jahre bis im Frühjahr 2017 durch den Vorstand der DGK positiv beschieden. In den vergangenen Monaten konnten viele Mitglieder für die Arbeitsgruppe gewonnen werden. Diese liegt auch mit daran, dass großes Interesse am „Curriculum „Sportkardiologie“ besteht. Ziel des Curriculums wird sein, eine hochqualifizierte und flächendeckende sportkardiologische Versorgung in Deutschland zu etablieren.

Eine Projektgruppe bestehend aus Dr. Klaus Peter Mellwig (Bad Oeynhausen), PD Dr. Axel Pressler (München), Prof. Dr. Jürgen Scharhag (Saarbrücken), Prof. Dr. Josef Niebauer (Salzburg) sowie den beiden Vorsitzenden der AG haben sich in der Geschäftsstelle zur Ausarbeitung des Curriculums getroffen. In Anlehnung an das europäische Curriculum und den bereits publizierte Kommentar zum europäischen Curriculum wurde zwischenzeitlich ein erster Entwurf erstellt, der von den beiden Vorsitzenden bei der Frühjahrstagung 2016 der Projektgruppe Aus-, Weiter- und Fortbildung vorstellt wurde.Das Curriculum wird in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) erstellt. Ein Entwurf ist vom Wissenschaftsrat der DGSP gessehen worden. Ebenso ist die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation (DGPR) über Frau Dr.C.M. Bongarth einbezogen.

Für Juni 2016 fand ein erneutes Treffen der Projektgruppe in Stuttgart statt, um die entsprechenden Vorschläge der Projektgruppe AWF unter Vorsitz von Prof. Katus auszuarbeiten. Eine Umsetzung bzw. die Fertigstellung des Curriculums ist noch möglichst in diesem Jahr geplant.

Die aktuell laufenden Register zum plötzlichen Herztod in Deutschland (Prof. Dr. med. Tim Meyer, Saarbrücken) bzw. zur Myokarditis bei Sporttreibenden (Prof. Dr. med. Andreas Nieß, Tübingen) schließen unverändert Fälle ein. Erste (Follow-up-) Daten wurden bereits in Abstractform auf nationalen Kongressen präsentiert.

Im Register zum plötzlichen Herztod (initiiert 2012) werden kardiale Todesfälle, die im Zusammenhang mit sportlicher Betätigung im Verein oder beim Freizeitsportler stehen, an die Sportmedizin in Saarbrücken gemeldet. Bei der MV /FT berichtet Prof. Dr. med.Christof Burgstahler in Vertretung von Dr. med. Philipp Bohm (Saarbrücken/Zürich) über erste Ergebnisse des Registers. Es ist aktuell eine Publikation mit Daten des Registers im European Journal of Preventive Cardiology erschienen. Bisher sind 245 Fälle erfasst, davon haben 81 Personen den Herztod überlebt. Fußball und Laufen sind die am häufigsten betroffenen Sportarten. Das Durchschnittsalter liegt bei 47 Jahren. Bei Sportlern unter 35 Jahren steht die Myokarditis im Vordergrund . Bei den älteren Sportlern findet sich fast ausschließlich die koronare Herzerkrankung als Ursache. Es sind 6 Fälle einer Kardiomyopathie im Register (4 x HCM, 1 x ARVC, 1 x Kardiomyopathie unklarer Ätiologie). Es wird weiterhin für eine „aktive“ Teilnahme am Register geworben (www.scd-deutschland.de).

Prof. Dr. Andreas Nieß (Tübingen) berichtet auf der FT über die Entwicklung des Myokarditisregisters. Hauptziel des Registers ist eine prospektive Dokumentation von Diagnostik, akutem und chronischem Verlauf. Mittlerweile sind erste Follow-up-Daten vorhanden, die zeigen, dass ein relevanter Anteil der Sportler ein Jahr nach der Diagnosestellung noch nicht komplett in den (Wettkampf-)Sport reintegriert ist. Auch ist es Ziel von den gewonnenen Erkenntnissen Therapieempfehlungen abzuleiten und bei ausreichender Evidenzlage ein Positionspapier zu verfassen. Für das Myokarditisregister konnten erfreulicherweise mit der Sportmedizin Freiburg und der Abteilung für Kardiologie am Universitätsspital Zürich ( Prof. Dr. med.Lüscher, PD Dr. med. Christian Schmied) zwei weitere Zentren gewonnen werden. Unverändert können sich weitere Zentren dem Myokarditisregister anschließen.

Tätigkeitsbericht und Jahresplan AG32

Die letzte Amtsperiode der Arbeitsgruppe Sportkardiologie war durch die Erarbeitung des Curriculums „Sportkardiologie“ geprägt. Hier waren bereits in der vorherigen Amtsperiode federführend durch Prof. Dr. Martin Halle (München) wichtige Vorarbeiten geleistet worden.

Als weiteren wichtigen Schritt im Vorfeld wurde unter Federführung von Prof. Dr. Josef Niebauer (Salzburg) und Privatdozent Dr. med. Axel Pressler (München) ein Kommentar zum Europäischen Curriculum verfasst und durch den Vorstand der DGK zur Publikation in „Der Kardiologe“ angenommen.

Zwischenzeitlich konnte ein konkreter Entwurf für ein Curriculum „Sportkardiologie“ in enger Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e. V. sowie der Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation (DGPR) erarbeitet werden. Hierzu traf sich die Projektgruppe bestehend aus Dr. Klaus Peter Mellwig (Bad Oeynhausen), PD Dr. Axel Pressler (München), Prof. Dr. Jürgen Scharhag (Saarbrücken), Prof. Dr. Josef Niebauer (Salzburg) sowie den beiden Vorsitzenden der AG mehrmalig in den letzten Monaten.

Ziel des Curriculums wird sein, eine hochqualifizierte und flächendeckende sportkardiologische Versorgung in Deutschland zu etablieren. Um dies zu gewährleisten wird durch die Arbeitsgruppe aktuell ein Akademieprogramm erarbeitet. Die Inhalte des Akademieprogramms sollen hierbei erfreulicherweise für die Zusatzweiterbildung „Sportmedizin“ angerechnet werden, so dass sportkardiologisch interessierte Kardiologen die Möglichkeit erhalten, einen Teil der Weiterbildung zum Sportmediziner über die Akademie absolvieren zu können. Die Umsetzung bzw. Einführung des Curriculums ist für das Jahr 2017 geplant.

Auf den Jahrestagungen der DGK war die Arbeitsgruppe regelhaft aktiv. So wurden gemeinsame Arbeitsgruppensitzungen mit der AG 12 „Kardiomyopathie“ („Sport bei Kardiomyopathie“, FT 2015) oder der der AG 1 „Rhythmologie“ („Sport mit Rhythmusstörungen – geht das?“, FT 2016) organisiert. Auch bei den Herbsttagungen war die Arbeitsgruppe aktiv (Arbeitsgruppensitzung mit der AG 14 „Präventive Kardiologie“ – „Sport in der Prävention, was macht Sinn“, HT 2016). Sämtliche Sitzungen der Arbeitsgruppe waren gut besucht und die anschließende Diskussion zeigte einmal mehr auf, dass sportkardiologische Themen im klinischen Alltag eine zunehmende Bedeutung erlangen.

In den vergangenen Monaten konnten viele neue Mitglieder für die Arbeitsgruppe gewonnen werden. Diese liegt sicherlich auch am großen Interesse am „Curriculum „Sportkardiologie“ sowie der Einsicht, dass das Potential von Bewegung und körperlicher Aktivität im Kontext kardialer Erkrankungen noch nicht flächendeckend ausgeschöpft wird.

Im Juni 2015 erschien mit dem Buch „Sportkardiogie“ neues deutschsprachiges Standardwerk, am dem viele Mitglieder der Arbeitsgruppe um den Herausgeber Prof. Dr. Josef Niebauer mitgewirkt haben. Somit steht für sportkardiologisch interessierte Personen nun ein aktuelles Lehrbuch zur Verfügung.

Wissenschaftlich sind die Mitglieder der Arbeitsgruppe aktuell vor allem im Rahmen zweier Register aktiv. Die aktuell laufenden Register zum plötzlichen Herztod in Deutschland (Prof. Dr. med. Tim Meyer, Saarbrücken, initiiert 2012) bzw. zur Myokarditis bei Sporttreibenden (Prof. Dr. med. Andreas Nieß, Tübingen, initiiert 2011) schließen weiterhin Fälle ein.

Erste Daten zum plötzlichen Herztod sind bereits im European Journal of Preventive Cardiology erschienen. Bisher sind 245 Fälle erfasst, davon haben 81 Personen den Herztod überlebt. Fußball und Laufen sind die am häufigsten betroffenen Sportarten. Das Durchschnittsalter liegt bei 47 Jahren. Bei Sportlern unter 35 Jahren steht die Myokarditis im Vordergrund. Somit weichen die Daten von bisherigen Untersuchungen aus USA ab, was die Notwendigkeit eigener, nationaler Register unterstreicht.

Erste (Follow-up-) Daten des Myokarditisregister wurden in Abstractform auf nationalen Kongressen präsentiert. Hauptziel des Registers ist eine prospektive Dokumentation von Diagnostik, akutem und chronischem Verlauf. Mittlerweile sind erste Follow-up-Daten vorhanden, die zeigen, dass ein relevanter Anteil der Sportler ein Jahr nach der Diagnosestellung noch nicht komplett in den (Wettkampf-)Sport reintegriert ist. Auch ist es Ziel von den gewonnenen Erkenntnissen Therapieempfehlungen abzuleiten und bei ausreichender Evidenzlage ein Positionspapier zu verfassen. Für das erste Quartal 2017 ist das Einreichen einer ersten Publikation mit Verlaufsdaten zum Myokarditisregister vorgesehen.

Für das Myokarditisregister konnten erfreulicherweise mit der Sportmedizin Freiburg, der Abteilung für Kardiologie am Universitätsspital Zürich sowie dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf weitere Zentren gewonnen werden.

Für die kommende Amtsperiode hat die Fertigstellung des Curriculums „Sportkardiologie“ mit Erarbeitung und Umsetzung eines entsprechenden Akademieprogramms Priorität. Einen großen Anteil der Tätigkeit der Arbeitsgruppe wird aller Voraussicht nach die Zertifizierung der Ausbildungszentren für das Curriculum Sportkardiologie ausmachen.

Die bisherige Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen soll weiter ausgebaut werden. Neben den gemeinsamen Arbeitsgruppensitzungen wäre in Kooperation mit der AG 5 Kardiovaskulärer Ultraschall die Erarbeitung eines Standards zur echokardiographischen Beurteilung des Sportherzens denkbar.