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Effects of Renal Denervation in Patients with Heart Failure with Preserved Ejection Fraction (HFpEF) and Resistant Hypertension

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Dr. Sven Meyer, Oldenburg

Erhöhter Sympathikotonus und unkontrollierte arterielle Hypertonie sind typische Merkmale bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion (HFpEF). Mechanistisch begünstigen erhöhter Sympathikotonus und arterielle Hypertonie ein hypertrophes linksventrikuläres Remodeling, diastolische Dysfunktion und körperliche Leistungseinschränkung, was durch die renale Denervierung positiv beeinflusst werden könnte.

In einer vorläufigen Analyse von klinischen Versorgungsdaten der renalen Denervierung an unserem Zentrum haben wir die Auswirkungen der interventionellen Behandlung auf Patienten mit HFpEF untersucht. Die Patienten unterzogen sich im Rahmen der klinischen Versorgungsroutine einer regelmäßigen Nachsorge, inklusive echokardiographischer und ergometrischer Untersuchung. Wir beschränkten die aktuellen Analysen auf 29 Patienten mit verfügbaren Baseline und Follow-up-Daten für Fahrradbelastungstests und Echokardiographien. Die Diagnose HFpEF wurde entsprechend den aktuellen ESC-Kriterien bei 10 Patienten von einem hinsichtlich der Follow-up-Daten geblindeten externen Untersucher gestellt. Wir untersuchten die 1-, 3-, 6- und 12-Monats-Daten von NT-proBNP, ambulantem 24h Blutdruckprofil, systolischem Blutdruck und Herzfrequenz in Ruhe und bei 100-Watt ergometrischer Belastung.

Die Patienten waren 69,2 (62,2-74,2) Jahre alt und nahmen 5 (4-6) blutdrucksenkende Medikamente. Insgesamt reagierten 16 (55%) der Patienten mit systolischer Blutdrucksenkung ≥10 mmHg nach 6 Monaten; Die Effektivität bei Patienten mit HFPEF vs. ohne Herzinsuffizienz unterschied sich nicht (4 (40%) vs. 12 (63%), p=0,233). Der Effekt der renalen Denervierung war im Zeitverlauf hinsichtlich systolischen Blutdrucks (in Ruhe und bei 100 Watt) vergleichbar. Es zeigte sich keine unterschiedliche Wirkung auf den zeitlichen Verlauf der Herzfrequenz bei 100 Watt. Auffällig war eine signifikante Erhöhung der Ruheherzfrequenz nach der Ablation, insbesondere bei Patienten ohne HFpEF im ersten Monat nach der Prozedur (Pinteraction=0,004). Dieser Effekt ist erstaunlich und könnte durch Änderungen in der medikamentösen antihypertensiven Therapie bedingt sein, was aktuell weiter analysiert wird. Patienten mit HFpEF zeigten einen anderen Verlauf des NT-proBNP verglichen mit Patienten ohne Herzinsuffizienz (Pinteraction=0,047) mit kontinuierlich höheren Werten, jedoch einem deutlichen Abfall innerhalb des ersten Monats nach der renalen Denervierung. Auch unter Berücksichtigung der aktuellen Datenlage, hinsichtlich der Effektivität der renalen Denervierung und aller Limitierungen in diesem relativ kleinen Kollektiv, deuten diese Signale auf mögliche günstige Effekte bei Patienten mit HFpEF hin. Die bereits initiierten prospektiven Studien bei Patienten mit HFpEF werden weitere wichtige Erkenntnisse zum Nutzen der Prozedur in diesem klinisch besonders relevanten Kollektiv liefern. 

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 9000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen, die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org.