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Drug-eluting Balloons zur Behandlung von Drug-eluting Stent Restenosen – Kurze Dilatation mit langfristiger Wirkung

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Dr. Sebastian Kufner

Hintergrund:
Ein stetig wachsender Anteil an Patienten mit koronarer Herzerkrankung wird mittels Implantation eines Drug-eluting Stents (DES) behandelt. Vor diesem Hintergrund sehen wir uns mit einer steigenden absoluten Anzahl von Patienten konfrontiert, die eine DES-Restenose entwickeln. Eine optimale Behandlungsstrategie zur Behandlung von DES-Restenosen ist jedoch nicht etabliert. Medikamentenfreisetzende Ballone haben bereits vielversprechende kurz bis mittelfristige Ergebnisse in diesem Szenario gezeigt. Die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit von medikamentenfreisetzenden Ballonen zur Behandlung von DES-Restenosen ist jedoch weitestgehend unbekannt.

Aus diesem Grund untersuchten wir in dieser Studie die Langzeit-Sicherheit und -Wirksamkeit eines Paclitaxel-eluting Balloons (PEB) im Vergleich zu einer erneuten Implantation eines Paclitaxel-eluting Stents (PES) oder einer alleinigen Ballonangioplastie (BA) zur Behandlung von Patienten mit Drug-eluting Stent Restenosen.

Methodik:
Die multizentrische randomisierte ISAR-DESIRE-3-Studie verglich bei 402 Patienten mit klinisch signifikanter Restenose eines „Limus“-eluting Stents drei Behandlungsstrategien: PEB (n=137), PES (n=131) oder BA (n=134). Wir untersuchten das Langzeitoutcome von PEB jeweils im Vergleich zu PES und BA bis drei Jahre nach Index-Prozedur. Die primären Wirksamkeits- und Sicherheits-Endpunkte waren Zielgefäßrevaskularisation und die Kombination aus Tod und Myokardinfarkt. Zu den sekundären Endpunkten zählten Tod, Myokardinfarkt und Thrombose der Zielläsion.

Ergebnisse:
Nach einem medianen Beobachtungszeitraum von 3,0 Jahren [2,8-3,0] war das Risiko für eine erneute Zielgefäßrevaskularisation nach Behandlung mit PEB und PES vergleichbar (HR: 1,46; 95% CI, 0,91-2,33; P=0,11) Im Vergleich von PEB gegen BA zeigte sich eine deutlich erniedrigtes Risiko für erneute Zielgefäßrevaskularisation (HR: 0,51; 95% CI, 0,34-0,74; P<0.001), ein signifikanter Unterschied der hauptsächlich durch die Ereignisse innerhalb der ersten 12 Monate entsteht (Abbildung 1). Das Risiko für Tod oder Myokardinfarkt war tendenziell niedriger nach einer Behandlung mit PEB im Vergleich zu PES (HR: 0,55; 95% CI, 0,28-1,07; P=0,08) (Abbildung 2). Ein nummerischer Unterschied der hauptsächlich auf eine signifikant niedrigere Todesrate nach PEB Behandlung im Vergleich zu PES insbesondere im Zeitraum 1-3 Jahre nach Prozedur zurück zu führen war (HR: 0,38; 95% CI, 0,17–0,87; P=0,02). Das Risiko für Tod oder Myokardinfarkt im Vergleich zwischen PEB und BA zeigte keinen Unterschied (HR: 0,96; CI, 0,46-2,0; P=0,91) (Abbildung 2).

Schlussfolgerung:
Auch drei Jahre nach der Behandlung einer Drug-eluting Stent Restenose zeigt der Paclitaxel-eluting balloon eine mit dem Paclitaxel-eluting Stent vergleichbar hohe Wirksamkeit und Sicherheit. Der Paclitaxel-eluting balloon ist der alleinigen Ballonangioplastie überlegen. Die langfristige Wirksamkeit bei gleichzeitig hoher Sicherheit, unterstützt die Rolle von Drug-eluting balloons als mögliches Therapiekonzept von Drug-eluting Stent Restenosen mit dem zusätzlichen Vorteil keine weitere Stentschicht in Kauf nehmen zu müssen.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 9000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen, die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org.