Grafenberger Allee 100
40237 Düsseldorf
Tel.: + 49 211 600692-0
Fax: + 49 211 600692-10
info@dgk.org
pressemitteilung-dgk

Sind die neueren Medikamente freisetzenden Koronarstents (DES) besser als die DES der ersten Generation? Eine Analyse von über 6000 Patienten

Abdruck frei nur mit Quellenhinweis
Pressetext als PDF - gegebenenfalls mit Bildmaterial

Prof. Dr. Sigmund Silber, München

Hintergrund:
Heute gelten die neueren DES als „Goldstandard“ für eine PCI. Es gibt jedoch nur wenig Daten, die DES der ersten Generation mit den neueren DES verglichen haben, insbesondere in Hinblick auf die Komplexität der Koronar­­anatomie. Aus diesem Grunde haben wir die Ergebnisse von vier randomisierten „all-comers“ Studien analysiert, die Komplexität der Koronaranatomie war durch den SYNTAX-Score definiert.

Ergebnisse:
Für die Gesamtpopulation von 6081 Patienten zeigte sich für einen Beobachtungszeitraum von 2 Jahren eine signifikante Überlegenheit der neueren DES im Vergleich zu den DES der ersten Generation jeweils hinsichtlich kardialem Tod, Herzinfarkt und Target Lesion Revascularization (TLR) (10,4% vs. 13,2%), der TLR alleine (5,0% vs. 8,6%) und der Rate an definitiven Stentthrombosen (0,9% vs. 2,5%). Abb. 1. Der Vorteil der neueren DES (gemessen an den oben genannten Parametern) war unabhängig vom SYNTAX-Score und bei Patienten mit einem SYNTAX -Score von über 11 besonders ausgeprägt (Abb.2). 

Schlussfolgerung:
Die DES der neueren Generation weisen im Vergleich zu den DES der ersten Generation sowohl eine größere Wirksamkeit als auch eine größere Sicherheit auf. Dieser Vorteil war besonders bei Patienten mit komplexer Koronaranatomie, definiert als SYNTAX-Score über 11, nachweisbar. Dieser Fortschritt der DES Qualität sollte in Zukunft bei einem Vergleich zwischen PCI und koronarer Bypass-Operation berücksichtigt werden. 

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 9000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen, die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org