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Comparison of CHADS2, R2CHADS2 and CHA2DS2-VASc scores for the prediction of rhythm outcomes after catheter ablation of atrial fibrillation: The Leipzig Heart Center AF Ablation Registry

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Dr. Jelena Kornej, Leipzig 

Die Katheterablation von Vorhofflimmern (VHF) ist eine effektive Behandlungsstrategie, jedoch treten Rezidive in bis zu 50% der Fälle innerhalb eines Jahres auf. Es ist bekannt, dass persistierendes VHF und ein vergrößerter Diameter des linken Vorhofs (LA) mit geringeren Erfolgsaussichten assoziiert sind. Einige kleine Studien konnten zeigen, dass auch der CHADS2 und CHA2DS2-VASc Score den Erfolg der Katheterablation vorhersagen können, jedoch sind bisher keine klinischen Scores in der Praxis für diesen Zweck etabliert.

 Basierend auf dem am Herzzentrum Leipzig geführten VHF-Ablationsregister mit über 2000 Patienten haben wir den prädiktiven Wert von drei Risikoscores (CHADS2, R2CHADS2 und CHA2DS2-VASc) sowie anderen klinischen Variablen untersucht. Die Patienten (60 ± 10 Jahre, 67% männlich, 35% mit persistierendem VHF) wurden 12 Monate nach Katheterablation in unserer Klinik nachbeobachtet. VHF-Rezidive wurden als Früh- (Rezidive innerhalb der ersten Woche) und Spätrezidive (Rezidive zwischen 3 und 12 Monaten) definiert und mittels 7-Tage Langzeit-EKG und klinischen Kontrollen nach 3, 6 und 12 Monate dokumentiert. 

Patienten mit VHF-Rezidiven (n=537, 33%) waren signifikant älter, hatten häufiger persistierendes VHF, eine schlechtere Nierenfunktion, einen größeren LA Diameter und höhere Scores (alle p<0.005). In multivariablen Analysen (durchgeführt für die einzelnen Scores) waren persistierendes VHF und ein vergrößerter LA Diameter zusammen mit dem R2CHADS2 (HR 1.11, 95%CI 1.02-1.21, p=0.016) sowie der CHA2DS2-VASc score (HR 1.09, 95%CI 1.02-1.17, p=0.015) Prädiktoren für Spätrezidive.

Jedoch zeigten die Scores in den ROC-Kurvenanalyse nur moderate prädiktive Werte für Frührezidive (AUC 0.536 [0.510-0.563], p=0.007 und 0.547 [0.521-0.573], p<0.001 für R2CHADS2 und CHA2DS2-VASc) und Spätrezidive (AUC 0.548 [0.518-0.578], p=0.002 and 0.550 [0.520-0.580], p=0.001) (s. Abbildung 1).

Der stärkste Prädiktor für Spätrezidive waren Frührezidive (HR 3.12, 95% CI 2.62-3.71, p<0.001). 184 Patienten mit Frührezidiv (26%) entwickelten während der Beobachtungszeit ein Spätrezidiv. In dieser Sub-Kohorte waren jedoch nicht die Scores, sondern persistierendes VHF (HR 1.39, 95%CI 1.08-1.79, p=0.009) und der LA Diameter (HR 1.02, 95%CI 1.002-1.04, p=0.035) mit dem Erfolg der Katheterablation assoziiert. 

Zusammenfassung: CHADS2, R2CHADS2 und CHA2DS2-VASc, die als Scores zur Abschätzung thromboembolischer Ereignisse bei Patienten mit VHF im klinischen Alltag genutzt werden, sind auch mit dem Rhythmuserfolg nach Katheterablation assoziiert. Unsere Studie zeigt jedoch eine eher eingeschränkte Vorhersagbarkeit von VHF-Rezidiven und demonstriert, dass andere VHF-assoziierte Variablen – wie persistierendes VHF und LA Diameter wichtig für den Rhythmuserfolg sind und in spezifischen Rhythmusscores integriert werden sollten.

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