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Deutsche Herz-Medizin: Verbesserte Therapien, längeres Leben, höhere Lebensqualität

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Vom 23. – 26. April 2014 findet in Mannheim die 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt. 

Mannheim, Mittwoch, 23. April 2014 – „Die erweiterten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Herz-Kreislauf-Medizin bieten verbesserte Behandlungsmöglichkeiten und damit längeres Leben und bessere Lebensqualität für die Patienten. Die Häufigkeit und Sterblichkeit von Herzkranken ist in Deutschland konsequent rückläufig.“ Das berichtet DGK-Präsident Prof. Dr. Christian W. Hamm (Gießen/Bad Nauheim) auf einer Pressekonferenz anlässlich der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Im Congress Center Rosengarten Mannheim werden von 23. bis 26. April 8.500 Kardiologen aus 25 Ländern erwartet.

Herzkrankheiten machen heute in Deutschland 8,2 Prozent der im Rahmen der Krankenhausdiagnose-Statistik erfassten Krankenhausaufnahmen aus (2011). Die aktuellen Zahlen des bestätigen die schon beim Vergleich von 1995 und 2010 diagnostizierten Entwicklungen: Eine Abnahme der koronaren Herzkrankheiten – also der durch Arteriosklerose und reduzierte Durchblutung der Herzkranzgefäße bedingten Krankheiten – in allen Altersgruppen. Zunahme bei den Herzklappenerkrankungen jenseits des 75. Lebensjahres, bei den Herzrhythmusstörungen ab dem 45. Lebensjahr in allen Altersgruppen, und bei der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) insbesondere jenseits des 75. Lebensjahres.

Die zunehmende Krankheitshäufigkeit bei einer Reihe von kardiologischen Erkrankungen bedeutet allerdings nicht, dass wir immer kränker werden, sondern ist der demografischen Entwicklung geschuldet, so Prof. Hamm: „Unsere Gesellschaft wird insgesamt älter und einige Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems sind typisch für das höhere Lebensalter. Außerdem werden die Diagnosemethoden in der Herzmedizin immer präziser, wodurch Herzkrankheiten immer öfter erkannt und eindeutig diagnostiziert werden können.“

Sterbeziffer bei Herzkrankheiten konsequent rückläufig

Nicht nur die Häufigkeit, auch die Sterblichkeit bzw. Mortalität (Sterbeziffer = Verstorbene je 100.000 Einwohner) ist bei Herzkrankheiten im vergangen Jahrzehnt kontinuierlich zurückgegangen. Allein zwischen 2010 und 2011 ist die Sterbeziffer in Deutschland von 267,7 auf 257,4 gesunken. Ein eindrucksvolles Beispiel für diese Entwicklung: Bei akutem Herzinfarkt ist die Sterbeziffer zwischen 2000 und 2010 bei Frauen um 18,4 Prozent und bei Männern um 15,8 Prozent zurückgegangen. Prof. Hamm: „Ein wichtiger Aspekt dieser Entwicklung ist, dass auch alte Menschen von den Entwicklungen der Herz-Medizin immer besser profitieren.“

Neue Curricula beschreiben Ausbildung und ermöglichen wichtige Zusatzqualifikationen

Die eindrucksvollen aktuellen Entwicklungen in der Kardiologie stellen aber auch erhebliche Herausforderungen an die Kardiologen und ihre Fachgesellschaft, so Prof. Hamm: „Die DGK trägt dem auf mehrfache Weise Rechnung, indem sie Qualitätsstandards definiert, europäische Leitlinien übersetzt und an deutsche Gegebenheiten adaptiert und intensiv die Entwicklung von Standards zur Aus-, Weiter- und Fortbildung der Kardiologinnen und Kardiologen vorantreibt.“

Das Fach Kardiologie ist gegenwärtig durch einen ausgeprägten Trend zur Spezialisierung charakterisiert. Längst kann ein ausschließlich klinisch tätiger Kardiologe nicht mehr alle diagnostischen und therapeutischen Methoden im Schwerpunkt Kardiologie beherrschen. So entwickeln sich Spezialisierungen in den einzelnen Disziplinen der Kardiologie, zum Beispiel zum Rhythmologen, interventionellen Kardiologen, Herzinsuffizienz-Spezialisten oder Experten für Erwachsene mit komplexen angeborenen Herzfehlern. „Diese Entwicklungen begleitet die DGK durch Angebote für strukturierte Zusatzqualifikationen. Diese Curricula der DGK bieten ein einheitliches Programm zur Erlangung von Zusatzqualifikationen, die erstmals einen vergleichbaren Standard in der Rhythmologie, der interventionellen Kardiologie und der Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern ermöglichen“, so Prof. Hamm.

Die Projektgruppe Aus-, Weiter- und Fortbildung und die Kommission für Klinische Kardiologie der DGK haben in Zusammenarbeit mit eigens eingerichteten Task-Forces in den letzten Jahren zu diesen Themen Curricula in den Fachzeitschriften veröffentlicht, die auch auf der Homepage der DGK einsehbar sind. Nach den Kriterien der Curricula können sich Kardiologen von der DGK zertifizieren lassen und damit ihre Qualifikation nachprüfbar dokumentieren.

„Als Grundlage dieser fortschreitenden Spezialisierungen ist der DGK jedoch eine fundierte und umfassende Ausbildung in der allgemeinen Kardiologie äußerst wichtig“, so Prof. Hamm. Das „Curriculum Kardiologie“ stellt erstmals zusammen, welche Inhalte und praktischen Fertigkeiten angehende Kardiologen in ihrer Weiterbildungszeit erlernen sollten. Prof. Hamm: „Demnach wird die Qualifikation zum Kardiologen schrittweise in 3 Kompetenzlevels erreicht. Dieser Katalog soll auch die Ärztekammern erreichen und in die Weiterbildungsordnungen der Länder einfließen, um die Ausbildung zum Kardiologen von anderen Fachdisziplinen abzugrenzen.“

 

Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Pressesprecher: Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin)

Pressebüro während des Kongresses: 0621 4106-5005; 0621 4106-5002

Pressestelle: Kerstin Krug, Düsseldorf, Tel.: 0211 600692-43, presse@dgk.org

B&K Kommunikation, Roland Bettschart, Dr. Birgit Kofler, Berlin/Wien, Tel.: 030 700159676; Tel.: +43 1 31943780; kofler@bkkommunikation.com 

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit über 8500 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.