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Katheterablation von Vorhofflimmern: Langzeit-Ergebnisse der Radiohochfrequenz-Ablation zur Behandlung von Rezidiven nach initial erfolgreicher Pulmonalvenen-Isolation mittels der Kryo-Ballon-Technologie

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Priv.-Doz. Dr. Klaus Kettering, Priv.-Doz. Dr. Felix Gramley, Frankfurt am Main

Die Katheterablation hat sich in den letzten Jahren als Therapie-Option bei Patienten mit rezidivierendem, symptomatischem, medikamentös-therapierefraktärem Vorhofflimmern etabliert. Die Kryo-Ablation hat sich hierbei als sicheres und effektives Verfahren zur Pulmonalvenen-Isolation erwiesen. Dennoch ist die Rezidivrate nach Kryo-Ablation hoch und es existieren keine etablierten Strategien für eine Re-Ablation. Aus diesem Grund haben wir unsere Erfahrungen mit zwei Re-Ablationsstrategien unter Verwendung von Radiohochfrequenz-Energieapplikationen zusammengestellt.

Methodik: Einhundertvier Patienten (paroxysmales Vorhofflimmern: 74 Patienten, persistierendes Vorhofflimmern: 30 Patienten) mussten sich nach initial erfolgreicher Pulmonalvenen-Isolation mittels der Kryo-Ballon-Technik (Arctic Front; Medtronic) einer Re-Ablation unterziehen. Die Re-Ablation wurde in Abhängigkeit von den intraprozedural erhobenen Befunden entweder als segmental-ostiale oder zirkumferenzielle (Carto; Biosense Webster) Pulmonalvenen-Re-Isolation unter Verwendung von gekühlten Radiohochfrequenz-Energieapplikationen durchgeführt.

Ergebnisse: Während des Re-Eingriffs wurde eine Erholung der Pulmonalvenen-Leitung bei im Mittel 2.5 ± 0.7 Pulmonalvenen mittels eines zirkulären Mapping-Katheters dokumentiert. Bei 89 Patienten war eine segmental-ostiale Ablationsstrategie ausreichend, da jeweils nur eine diskrete residuelle Pulmonalvenen-Leitung bestand (1-3 rekonnektierte Pulmonalvenen; Gruppe A). Bei den übrigen 15 Patienten wurde eine zirkumferenzielle Re-Ablationsstrategie gewählt, da eine komplette Leitungserholung aller vier Pulmonalvenen vorlag (Gruppe B).  Alle Pulmonalvenen mit Leitungsrezidiv konnten erfolgreich re-isoliert werden. Während eines Nachbeobachtungs-Zeitraums von 52 Monaten blieben 71.2 % der Patienten ohne Arrhythmie-Rezidiv (74/104 Patienten; Gruppe A: 64/89 Pat. (71.9 %), Gruppe B: 10/15 Pat. (66.7 %)). Es traten in beiden Gruppen keine schwerwiegenden Komplikationen auf.

Schlussfolgerung: Bei Patienten mit Vorhofflimmer-Rezidiven nach einer initial erfolgreichen Pulmonalvenen-Isolation mittels der Kryo-Ballon-Technik kann ein Re-Eingriff sicher und effektiv mittels der Radiohochfrequenz-Ablation durchgeführt werden. In den meisten Fällen ist ein segmental-ostiales Vorgehen als Re-Ablationsstrategie ausreichend, da lediglich diskrete Leitungsrezidve einzelner Pulmonalvenen bestehen.

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