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Weltweite Kampagne will Herz-Kreislauf-Sterblichkeit bis 2025 auf 25 Prozent reduzieren – Wissenschaftliche Leitlinien sollen dabei unterstützen

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Statement Prof. Dr. Christian Hamm, Präsident der DGK; Direktor der Medizinischen Klinik I, Universität Gießen und der Abteilung für Kardiologie an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim 

Dresden, 11. Oktober 2013 – Die Kampagne „25 bis 25“ verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2025 vorzeitige Tode in Folge von nichtübertragbaren Krankheiten um 25 Prozent zu verringern. Herz-Kreislauf-Krankheiten sind für die Hälfte dieser Tode verantwortlich. Auf diese zielt das Projekt der World Heart Federation (WHF) ab. Herz-Kreislauf-Krankheiten inklusive Schlaganfall sind weltweit für 17 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich, wobei nach den Berechnungen der WHF 80 Prozent davon vermeidbar wären. Die Sterbezahlen werden sich voraussichtlich bis zum Jahr 2030 auf 23 Millionen erhöhen. Die direkten und indirekten Kosten für diese Krankheiten belaufen sich auf 863 Milliarden US-Dollar (55 Prozent davon für Behandlungskosten, 45 Prozent für Produktivitätsausfälle), bis 2030 erwartet die WHF einen Anstieg auf 1.044 Milliarden US-Dollar. Investment in die Prävention sei die nachhaltigste Maßnahme gegen die Epidemie von Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Behandlung aller beeinflussbaren Risikofaktoren und Lebensstil-Verbesserungen

Der Weg zum Ziel der 25prozentigen Reduktion der Herz-Kreislauf-Mortalität soll über das konsequente und systematische Erfassen des individuellen Risikoprofils von Menschen und das bestmögliche medikamentöse Behandeln aller beeinflussbaren Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und ungünstigen Blutfettwerten führen. Des Weiteren im Fokus der WHF-Initiative sind Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde – unter anderem salzreiche – Ernährung und gesundheitsschädigender Alkoholkonsum. Die WHF betont dabei die Bedeutung der Sekundärprävention: Menschen mit bereits bestehenden Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes haben ein mehrfach erhöhtes Risiko, ein Herz-Kreislauf-Ereignis zu erleiden. 

Champion Advocates Programme

Die WHF startet zur Umsetzung des Ziels „25 bis 25“ das Champion Advocates Programme.

Zielgruppen sind

  • Kardiologen und medizinisches Fachpersonal, mit dem Ziel der Unterstützung der Implementierung von Leitlinien zur Sekundärprävention in Praxen und Kliniken;
  • Journalisten, mit dem Ziel der vermehrten Berichterstattung über die Primär- und Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen; und
  • aufstrebende Führungskräfte („Emerging Leaders“), mit dem Ziel, dass sie die Anliegen von HKE-Prävention und -Behandlung gegenüber der Gesellschaft stärken.

Grundlage für eine Evidenz-basierte Therapie sind heute die Leitlinien medizinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften. Die DGK erarbeitet und publiziert seit Jahrzehnten solche Kommentare, Konsensuspapiere, Positionspapiere, Empfehlungen, Pocket-Leitlinien, Curricula etc. Damit soll zur Fort- und Weiterbildung der Kardiologinnen und Kardiologen in Deutschland beigetragen, das aktuelle kardiologische Wissen in strukturierter Weise zugänglich gemacht, und es sollen Evidenz-basierte Anleitungen für Diagnose und Therapie angeboten werden.

Publikationen der DGK im laufenden Jahr

Im laufenden Jahr veröffentlichte die DGK zum Beispiel bis Ende September

  • drei Kommentare: Einen zu den neuen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zur kardiovaskulären Prävention; ein Fokus Update der Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zum Management des Vorhofflimmerns; und einen Kommentar zu den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zur Diagnostik und Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz;
  • ein Konsensus-Papier der DGK und der Deutschen Gesellschaft für Thorax- Herz- und Gefäßchirurgie zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz;
  • drei Benutzer-freundliche Pocket-Leitlinien: Konsensusempfehlungen zum Einsatz der Herzbildgebung (CT und MRT); Pocket-Leitlinien für das

Management von Vorhofflimmern, Fokus Update 2012; Pocket-Leitlinien zum Herzinsuffizienz-Update 2012;

  • Empfehlungen zum Telemonitoring bei Patienten mit implantierbaren Herzschrittmachern, Defibrillatoren und kardialen Resynchronisations-systemen; und Empfehlungen zur interventionellen Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz mit dem MitraClip-Verfahren; 
  • ein Positionspapier zur Bedeutung psychosozialer Faktoren in der Kardiologie – Update 2013.
  • In Arbeit sind zwei Guidelines für das Management der arteriellen Hypertonie, sowie zu Herzschrittmachern und zur kardialen Resynchronisationstherapie.

Die DGK ist also in diesem Bereich sehr produktiv und trägt damit zur kardiologischen Aus- und Weiterbildung und zu einer qualitätsvollen, Evidenz-basierten Versorgung bei. Die WHF wünscht sich hier eine Unterstützung durch die DGK, die sich als Wissens- und Erfahrungstransfer an andere nationale Gesellschaften verstehen lässt.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 8500 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org