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Pressemitteilung DGK

Herzfrequenzsenkung mittels Ivabradin über 36 Monate führt zur Reduktion der linksventrikulären Masse bei Herztransplantationspatienten

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Dr. Andreas Dösch, Heidelberg

Die Spenderherz-Denervierung bei Herztransplantationspatienten führt häufig zu einer Sinustachykardie, welche bei Auftreten von Symptomen gelegentlich eine medikamentöse Senkung der Herzfrequenz erforderlich machen kann. Jedoch ist die Gabe von Beta-Blockern bei diesem multimorbiden Patientenkollektiv häufig mit systemischen Nebenwirkungen verbunden. Mit Ivabradin steht ein selektiver If-Kanalantagonist zur Verfügung, der zu einer spezifischen Herzfrequenzreduktion führt.

Gegenwärtig gibt es keine Langzeitdaten bei Herztransplantationspatienten hinsichtlich der Effektivität der Herzfrequenzkontrolle, der Beeinflussung der linksventrikulären Masse sowie zur Verträglichkeit und Sicherheit. Daher untersuchte diese Studie die Ruhefrequenz, die auf die Körperoberfläche adaptierte linksventrikuläre Masse sowie die Sicherheit und Verträglichkeit bei chronischen Herztransplantationspatienten mit symptomatischer Sinustachykardie nach einer klinisch indizierten Ivabradingabe über 36 Monate.

 Insgesamt konnten 27 Patienten statistisch ausgewertet werden, da Ivabradin bei drei Patienten im Studienverlauf abgesetzt werden musste. Zum Ausgangszeitpunkt betrug das mittlere Patientenalter 53,3±11,3 Jahre und die Zeit nach Transplantation 5,0±4,8 Jahre. Im Mittel konnte nach 36 Monaten eine Ivabradintagesdosis von 12,0±3,4 mg erreicht werden. Hierunter wurde ein signifikanter Rückgang der Ruheherzfrequenz von 91,0±10,7 Schlägen pro Minute auf 81,2±9,8 Schläge pro Minute nach 36 Monaten erzielt (p=0,0006). Auch die auf die Körperoberfläche adaptierte linksventrikuläre Masse war rückläufig (104,3±22,7 g vs. 93,95±18,4 g, p=0,002). Abgesehen von einer niedrigeren Mycophenolatmofetildosis wurden keine statistisch signifikanten Veränderungen der Immunsuppressionsspiegel beziehungsweise -dosen sowie Veränderungen des Routinelabors beobachtet. Somit ist die Herzfrequenzreduktion mittels Ivabradin bei Herztransplantationspatienten effektiv und sicher, jedoch sollten die günstigen Effekte auf die linksventrikuläre Masse unbedingt in einer größeren randomisierten Studie analysiert werden.